Dienstag, 9. Dezember 2014

Kapitel 5

Nach der Schule liefen Jonah und Jayden nach Hause. Sie plauderten, lachten und schwärmten von Mädchen. Da standen sie schon vor dem Haus von Jayden. 
,, Jayden, ich hole dich morgen um 7:15 ab, okay?", fragte Jonah.
,, Ja, bis morgen" 
Jayden betrat das Haus, er schaute sich um. Er ging ins Wohnzimmer und setzte sich auf das Sofa. Seine Mutter war wahrscheinlich noch bei der Arbeit. Jayden las den Zettel, den er im Chemiekurs bekommen hatte. Er war niedergeschlagen. Warum sollte jemand ihn ohne Grund hassen? Was hat er ihm oder ihr getan? Vielleicht nur weil er fett ist? Oder weil er ausser Jonah keine Freunde hatte? Jayden liess den Zettel fallen und rannte in den Keller und holte die Fotoalben hoch. Er setzte sich wieder auf das Sofa und ihm kamen schon Tränen. Jayden hatte viele Höhen und Tiefen. Der tiefste Schlag war für ihn vor sieben Jahren, als sein Vater durch eine Autokolission starb. Er liess Jayden und seine Frau Rose alleine. Alles wurde schwerer für die Familie. Sein Vater war sein Mentor, sein bester Freund, sein Vorbild und sein Held. Alles wäre einfacher, wenn er noch da sein würde. Bevor er das Album aufschlug ,schaltete Jayden das Lieblingslied seines Vaters auf, Collide von Howie Day. Jayden nahm tief Luft und schlug das Album auf. Jayden kamen wieder die Tränen. Auf diesem Bild war Jayden 4 Monate alt, sein Vater hielt ihn in den Armen. Sein Vater hatte lange, braune Haare, dunkelbraune Augen und er war ziemlich gross. Er blätterte weiter, weiter und weiter. Er dachte an die schönen Erinnerungen mit seinem Vater. Sein Vater sagte ihm mal: ,, Wenn alles schon Hoffnungslos scheint, mach das beste daraus mein Sohn." Seine Mutter versuchte die Rolle des Vaters zu übernehmen. Aber eine Mutter ist nicht das Gleiche wie ein Vater. Da stoss er auf ein Bild, sein Vater und Jayden sassen zusammen am Esstisch. Jayden nahm das Bild sorgfältig mit Tränen raus und rannte aus dem Haus. Er rannte quer durch die Strasse. Da stand er vor dem Friedhof. Er schaute mit Tränen in den Himmel und er rannte in den Friedhof. Er stand da, vor dem Grab seines Vaters und er fing an zu weinen. 
,, Hey Dad, ich bins. Ich wünschte du wärst hier. Mein Leben ist scheisse. Ich weiss du sagtest mir mal, ich sollte stark sein, aber ich kann das nicht. Ich vermisse dich. Du warst mein Held"
Jayden kniete sich weinend vor dem Grab, schaute das Bild an und schaute wieder zum Himmel hinauf. Die Wolken wurden schon grau und es fing an zu regnen.
,, Schau Dad, es regnet, dein Lieblingswetter", sagte Jayden mit Tränen in den Augen, ,, Ich weiss noch als es stark gewittert hat und ich tierisch Angst hatte und du mich dann in den Armen genommen hast und mir Mut gemacht hast. Ich liebe dich. Ich weiss man muss halt manche Dinge los lassen und nach vorne schauen, aber die Vergangenheit holt mich immer wieder ein. Ich erinnere mich, wo wir uns zum ersten mal gestritten haben. Da warst du ziemlich sauer auf mich. Warum musstest so früh sterben. Ich weiss jeder stirbt mal, aber warum gerade du. Ich kann es nicht los lassen. Dein starker Sohn hat keine Kraft mehr." 
Jayden schiebte das Bild sorgfältig zwischen den Blumen und stand auf. Er drehte sich gegen das Grab seines Vaters. Er packte sein iPod aus und schaltet das Lieblingslied von seinem Vater wieder an. Er steckte die Kopfhörer in die Ohren. Er schaute noch einmal auf das Grab und küsste sie noch einmal. 
Es regnete wie aus Kübel, aber in diesem  Moment war das dem Jayden egal. Er schaute das Grab nochmals an und sagte sich: ,, Ich muss einfach los lassen Dad, bis irgendwann wieder." Und er ging weinend nach Hause. Er betrat das Haus wieder, verräumte die Alben wieder und ging in sein Zimmer. Er schaute in seinen Spiegel, auf dem klebte ein Bild von seinem Vater, er nahm das Bild, ging ins Bett und steckte die Kopfhörer wieder rein, legte das Bild auf seine Brust, hörte das Lied Collide die ganze Zeit an und schlief so ein. 
RIP William Peter King 
1974-2007

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